Entscheidungshilfe Nass- oder Trockenfutter

Bis zum Jahr 2001 lag die Hunde-Feuchtnahrung noch vor der Trockennahrung. Seit 2002 hat das Trockenfertigfutter für Hunde die Führung bei den Umsatzzahlen laut „Industrieverband Heimtierbedarf“ übernommen. Katzenhalter bevorzugen weiterhin noch mehrheitlich das Feuchtfutter.

Das Trockenfutter scheint gegenüber dem Feuchtfutter im Vormarsch zu sein. Es ist daher angebracht, objektiv die Vor- und Nachteile beider Arten zu vergleichen.

Vorteile Trockennahrung:

  • sauberer und geruchsärmer
  • einfacher zu portionieren
  • lange Haltbarkeit und somit Vorratshaltung
  • besser für die Zähne

Nachteile Trockennahrung:

  • schwere Verdaulichkeit
  • Wassermangel
  • schlechte Verwertbarkeit
  • Milben als Allergieauslöser

Zu den Vorteilen im Einzelnen:

  • sauberer und geruchsärmer

    • Viele Tierbesitzer halten Trockenfutter für sauberer als Feuchtfutter, weil es keine Flecken macht und auch den ganzen Tag im Napf bleiben kann, ohne zu stinken.
      Unser Tipp: Wenn das Futter schmeckt, bleibt auch nichts übrig, was übel riechen könnte. Eventuell portionieren Sie zu viel? Von wirklich guter Nahrung benötigt Ihr Hund deutlich kleinere Rationen.
  • einfacher zu portionieren

    • Messbecher raus und nach Herstellerangaben abmessen, fertig. Gilt das denn nicht auch für Feuchtfutter? Wenn nicht sowieso eine ganze Dose verfüttert wird, ist es ein Problem, eine halbe Dose zu geben? Der Sack Trockenfutter wird doch auch nicht auf einmal gegeben.
  • lange Haltbarkeit

    • Vorratshaltung ist in bestimmten Situationen notwendig - zum Beispiel, wenn Sie eine Weltumseglung planen. Aber solange der Nachschub problemlos gesichert ist, braucht niemand wochen- oder monatelange Vorräte. Oder wie viel Brot haben Sie im Schrank?
      Unser Tipp: wenn Sie nicht immer an das Futtereinkaufen denken möchten, nutzen Sie unseren monatlichen Heimlieferservice.
  • besser für die Zähne

    • Hartnäckig hält sich die These, dass das Kauen von Trockenfutter die Zähne vor Zahnsteinbildung schützt. Was passiert denn genau bei der Aufnahme von Trockenfutter? Der Hund ist ein Schlinger, i.d.R. schluckt er die Pellets einfach herunter. Sollten Sie ein Exemplar besitzen, das tatsächlich jeden einzelnen Brocken kaut, so platzt die Krokette doch lediglich zwischen den Zahnreihen. Eine Reinigung der Zahnhälse findet aber in keinem Fall statt.  Zahnsteinbildung ist u.a. genetisch vorbelegt, der Eine neigt eben eher dazu als ein Anderer. Und Zucker in Nahrung und Leckerchen verstärkt das Problem.
      Unser Tipp: Geben Sie Ihrem Hund regelmäßig harte Kauartikel, an denen er länger als 15 min intensiv kauen muss. Ihr Hund wird diese Art der Zahnpflege lieben!
  • Verdaulichkeit

    • Trockenfutter an sich ist sehr schwer verdaulich, es sei denn, dass beim oder unmittelbar nach dem Fressen jeweils die 4-8fache Menge an Flüssigkeit in Form von Wasser getrunken wird, was aber schon allein durch die Anatomie unserer Haustiere, insbesondere die Größe der Mägen, unmöglich ist!
      Unser Tipp: Versuchen Sie selbst einmal, nachdem Sie Ihren Magen mit einer vollen Tagesmahlzeit gefüllt haben, die 4-6fache Menge Wasser, also ca. 2-3Liter, zu trinken.
  • Wassermangel

    • Ein Hund vermag zwar bis zu drei Wochen auf Nahrung verzichten können, aber ein Wassermangel wird gefährlich. Trockenfutter saugt im Magen sämtliche Flüssigkeit auf. Die Folgen der „Dehydrierung“ sind Krankheiten und Störungen der inneren Organe, insbesondere der Nieren. Die, weil das Wasser über den Magen-Darmtrakt umgeleitet und ausgeschieden wird, nicht mehr ausreichend gespült werden können. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Zahl der Nierenerkrankungen bei Haustieren seit Jahren ständig zunimmt.
      Unser Tipp: Geben Sie Ihrem bisher mit Trockenfutter ernährten Vierbeiner versuchsweise artgerechtes Feuchtfutter mit einem hohem Fleischanteil. Ergebnis: Er trinkt deutlich weniger, dennoch kann er deutlich mehr Urin absetzen.
  • schlechte Verwertbarkeit

    • Trockenfutter steht mit 30-40% auf der untersten Stufe der Tabelle der ernährungsphysiologischen Verwertbarkeit im Magen-Darmtrakt

      Futterart
      Verwertbarkeit in %
      Trockenfutter 30-40
      herkömmliches Feuchtfutter mit 4% Fleischanteil 45-55
      Fleisch gekocht
      80
      Fleisch gegart
      90
      artgerechte Feuchtnahrung mit mind. 70% Fleisch 85-95
  • Getreide statt Fleisch

    • Trockenfutter wird auf der Basis von Getreide hergestellt. Getreide ist für den Hund schwer verdaulich und ist bei den meisten übergewichtigen Hunden der Grund für das ein oder andere Fettpolster. Hunde gehören zur Familie der Karnivoren, den Fleischfressern. Artgerecht Tiernahrung muss also hauptsächlich aus Fleisch bestehen, denn auch nach Jahrtausenden währender Domestizierung konnte man die uralten Nahrungsgewohnheiten der Hunde nicht verändern.
      Unser Tipp: Essen Sie gerne Fleisch? Ab morgen gibt es für Sie nur noch vegetarisch! Sie sind Vegetarier? Ab morgen zwingen Sie sich zum Fleischessen.


Verstehen Sie jetzt, was nicht artgerechtes Fressen für unsere Tiere bedeutet?

  • Konservierung

    • Durch oft jahrelange Lagerhaltung des EU-Getreides in Speichern ist bereits eine erste Haltbarmachung schon vor der Weiterverarbeitung erforderlich. Eine weitere Konservierung wird mit der Herstellung zum Tierfutter vorgenommen. Die eingesetzten Konservierungsstoffe sind lang wirkende Gifte, die eine starke Zunahme allergischer Reaktionen bei Hund und Katze ausgelöst haben. Selbst wenn Tierfutterhersteller auf eine eigene Konservierung verzichten und ihre Produkte demzufolge mit „frei von Konservierungsstoffen“ deklarieren, so sind die Gifte nicht verschwunden, die schon vor der Herstellung eingesetzt worden sind.
  • Milben als Allergieauslöser

    • Im Getreide und im Getreidestaub befinden sich generell Milben, die für viele Futtermittelallergien bei Haustieren, aber auch übergreifend auf den Menschen, verantwortlich sind.
      Unser Tipp: Bei ersten Anzeichen von Allergien und Juckreizen sofort auf tierisch gute Feuchtnahrung umstellen.


Fazit:
Eine gute Feuchtnahrung ist gegenüber der Trockennahrung die deutlich artgerechtere und gesündere Ernährung.

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